
Tourverlauf
Nairobi/Wilson Airport – Longonot – Aberdares – Suguta Valley - Loyengalani
Loyengalani – Olokwe Berg - Shaba Nationalpark
Shaba Park – Mt. Kenia - Nanyuki
Nanyuki - Lamu - Malindi - Nairobi

Nairobi – Loyengalani
Nach einigen Ruhetagen in Nairobi nach der vorangegangenen Uganda-Rundfahrt treibt es uns schon wieder zu weiteren Unternehmungen. Friedhelm, Rolf und ich chartern beim Aeroclub East Africa am Wilson Airport in Nairobi ein einmotoriges Flugzeug für eine 4-tägige Rundreise über den nördlichen und östlichen Teil Kenias. Friedhelm und Rolf haben eine Fluglizenz und ich bin „nur“ der Fotograf.

Nach den notwendigen Formalitäten am Wilson-Airport übernehmen wir die Maschine und treffen die letzten Vorbereitungen und den technischen Check des Flugzeugs vor dem Abflug.

Der Start verläuft gut und nach einer ersten „Ehrenrunde“ über den Flugplatz, die Innenstadt Nairobis und Kibera, die in der Nähe des Flughafens gelegenen Slums der Stadt. Dann drehen wir ab und nehmen Kurs in Richtung Norden zum Turkana-See. Auf der ersten Etappe des Fluges übernimmt Friedhelm das Steuer.
Zunächst überfliegen wir die fruchtbare Gegend um Nairobi mit Limuru, den Suswa-Krater, den Longonot-Krater und die Aberdare-Bergkette mit den Gipfeln Kinangop und Lesatima.








Wir verlassen die Bergwelt der Aberdares und gelangen jetzt in niedrigere Regionen, bis es dann langsam wieder nach Maralal, Hauptstadt des Samburu Stammes, ansteigt. Wir sind in den Samburu-Hills mit Losiolo-Escarpment und Lorogi-Plateau. Die Gegend wird überragt vom Mt. Poror (2583 m). Die Bergwelt ist sehr zerklüftet und von vielen Trockenflüssen durchzogen.




Nun gelangen wir in das Suguta-Valley, benannt nach dem Sugutafluss, der aber den Namen Fluss nur selten verdient, da er oft für Jahre kein Wasser führt. Sein Wadi „mündet“ in den Logipisee, der nur durch die Felsbarriere der Loriu-Range vom Südufer des Turkanasees getrennt ist. Die Umgebung des Sees ist eine spektakuläre Landschaft, die fast menschenleer ist und von extremem Lavageröll übersät ist.


Mitten im See liegt der „Cathedral Rock“, eine zerklüftete Felsformation, die ihrer Bezeichnung nach wie eine Kathedrale aus der ansonsten topfebenen Landschaft heraus ragt. Aus der Luft erkennt man in der Felsbarriere schon einige der Krater, die in dieser Gegend häufig vorkommen, z.B. Teleki-Vulkan, Kololenyang-Vulkan und Nabuyatom-Krater.


Die Felsbarriere ist überquert und wir schweben über das Südende des Turkanasees an der berühmten von-Höhnel-Bucht, in die der eindrucksvolle, kreisrunde Nabuyatom-Krater hinein ragt.

Man kann sich keinen majestätischeren und spektakuläreren Blick auf die faszinierende Urlandschaft mit unendlichen Lavafeldern vorstellen.


In wenigen Minuten werden wir bei dem Ort Loyengalani landen. Direkt neben der Oasis Lodge beim „Prinzen von Loyengalani“ liegt der Airstrip.



Die Landung hier ist ziemlich chaotisch, obwohl die Landebahn asphaltiert ist, aber der Wind macht einem auch heute wieder sehr zu schaffen. Hinzu kommt, dass der Leerlauf des Motors zu hoch eingestellt ist (was wir aber erst viel später herausfinden!!!), so dass die Landung nur nach einigen spektakulären „Hopsern“ möglich ist. Das ist schon mal das erste Abenteuer. Wegen des stürmischen Windes befestigen wir vorsorglich die Flügelenden des Flugszeugs mit Seilen an Haltehaken auf der Landebahn, damit es nicht beschädigt wird.


Auf den Schreck haben wir uns erst einmal einen Drink verdient. In der Oasis Lodge haben wir Zimmer und es gibt wie immer eine gut gefüllte Bar, die wir nach der halben Notlandung auch kräftig frequentieren. Wolfgang, der Besitzer der Lodge und langjähriger Freund, hilft uns tatkräftig. Wie immer sind die mit Quellwasser gefüllten beiden Swimmingpools ein großes Erlebnis
bei der Hitze.
Am späten Nachmittag nehmen wir ein Motorboot und machen eine Spritztour über den See und werfen die Angel aus, um Fische, die es im See im Übermaß gibt, für das Abendessen zu fangen.





Der Koch der Lodge hat den von uns mitgebrachten Fisch später in ein vorzügliches Menü eingebaut, das uns die nötige Grundlage für den weiteren „feuchtfröhlichen“ Verlauf des Abends gibt.
Loyengalani - Shaba Nationalpark
Am nächsten Morgen brechen wir zu unserem nächsten Ziel dem Shaba Nationalpark auf. Friedhelm gibt den Steuerknüppel heute an Rolf weiter, der diese Etappe übernimmt.

Die Flugroute führt über die majestätische Wüstenlandschaft Nordkenias, die Nyiru-Range, das Losai Reservat, den Olokwe Berg und den Ewaso Ngiro-Fluss zur Shaba-Sarova Lodge.




Jetzt starten wir zum Landeanflug auf den Shaba-Nationalparks in unmittelbarer Nähe der Lodge, die über einen eigenen kleinen Airstrip verfügt. Die Landung lässt aber wieder nichts Gutes ahnen, da die Landebahn mit mehr oder weniger großen Geröllbrocken übersät ist.



Dennoch läuft die Landung relativ glimpflich ab. Vielleicht hat sich ja die Fehleinstellung der Spritzufuhr zum Motor von selbst gebessert?? Kurz vor der Landung ordern wir per Funk eine Fahrgelegenheit zur Lodge, die jedoch mangels Sprit gerade mal wieder nicht einsatzbereit ist. So müssen wir halt das Gepäck die Strecke zur Lodge selbst tragen.
Hier in der Shaba Sarova-Lodge haben wir tolle Zimmer und genießen das schöne Ambiente der Lodge und den parkähnlichen Garten am Ufer des Flusses.


Wir gönnen uns den einen oder anderen Schlummertrunk, wollen aber nicht zu spät schlafen gehen, damit wir morgen fit für den Weiterflug sind.


Shaba - Mt. Kenia - Nanyuki

Bevor wir nach Lamu fliegen, müssen wir einen Abstecher nach Nanyuki machen, um zu tanken und einen allgemeinen Check des Flugzeugs vorzunehmen. Wir fliegen unmittelbar über die Gipfelregion des Mt. Kenia Massivs und den Bergregenwald in den niederen Regionen.




In Nanyuki gibt es eine lange und hervorragende Landebahn, die man zur Not fast mit einer Boeing 737 benutzen könnte. Der Landeanflug ist schon katastrophal, weil wir viel zu spät runter kommen. Beim zweiten Versuch setzen wir besser auf, aber es beginnt wieder die "Hopserei" wie in Loyengalani. Das Ende der Landebahn kommt immer näher, aber das Flugzeug will trotzdem nicht aufsetzen. Ein paar Meter vor dem Ende der Rollbahn, kurz vor der holprigen Wiese, klappt es dann doch noch. Wir rollen zum Hangar und werden sofort von einigen Piloten und auch vom Chef des Platzes angemotzt.

Gemeinsam mit den Flughafentechnikern finden wir dann heraus, dass es tatsächlich am falsch eingestellten Leerlauf liegt. Aus Zeitgründen können wir nur versuchen, ein paar provisorische Einstellungen vorzunehmen. Hierzu brauchen wir ein paar kleinere Ersatzteile, die wir in der Stadt besorgen.


Dann füllen wir noch die Tanks auf und hoffen, dass es nun ein wenig besser gehen wird. Das „perfekte“ Einstellen des Leerlaufs ist allerdings eine größere Prozedur durch einen Spezialisten. Dies muss dann in Nairobi geschehen.
Nanyuki - Lamu Archipel

Mit gemischten Gefühlen starten wir und fliegen zunächst wieder an den Hauptgipfeln des Mt. Kenia entlang. Weiter geht es über die riesigen Stauseen Masinga, Kamburu, Gitaru und Kindaruma, in denen der Tanafluss, der größte Fluss des Landes, gestaut wird.


Der Tana, der am Mt. Kenia entspringt, fließt zunächst nach Norden bis zum Meru Nationalpark, biegt dann nach Südosten ab und erreicht in unzähligen Mäandern nach einem fast 800Km langen Weg durch trockenes Busch- und Halbwüstengebiet den Indischen Ozean in der Ungwane-Bucht beim Ort Karawa.



Bei dem Ort Garsen fliegen wir direkt in östliche Richtung und verlieren den Fluss langsam aus den Augen. Wir nähern uns dem Lamu Archipel am Indischen Ozean mit den eindrucksvollen Mangrovenkanälen, die die Landschaft ebenfalls in vielen Mäandern durchziehen.




Wir überfliegen Lamu-Stadt und landen auf der nur durch einen schmalen Kanal getrennten Insel Manda, wo der Airport von Lamu liegt. Auf der Insel Lamu selbst kann man nicht landen, weil sie größtenteils aus sandigen Hügeln besteht. Diesmal läuft bei der Landung alles glatt und es gibt keine „Gefahr für Leib und Leben“.



Im Bahari-Guesthouse in Shela finden wir bei Omar wie immer Quartier und haben hier zwei schöne Tage. Wir bummeln durch die Gassen von Shela.


Mit einer Dhau segeln wir nach Lamu-Stadt. Auf einer ausgedehnten Wanderung durch die vielen engen Gassen der Stadt gibt es viel zu sehen, u.a. schöne Moscheen und ein interessantes Museum über die Suaheli-Kultur im Archipel.


Den Rückweg nach Shela gehen wir zu Fuß und genießen bei der einstündigen Wanderung am Ufer entlang die eindrucksvolle Landschaft am Meer. Am nächsten Tag heuern wir wieder eine Dhau an und segeln durch die Mangrovenkanäle zu den Takwa-Ruinen auf der Insel Manda.




Besonders erwähnen muss man die einheimische Küche, die natürlich hauptsächlich aus Fisch und Meeresfrüchten besteht. Vor unserem Abschied lassen wir uns vom Hauskoch ein herrliches Abschiedsmenü mit viel Lobster und Monstercrabs servieren.

Ausblick
Dann kommt der Abschied, denn ich möchte noch einige Tage in Lamu bleiben , Friedhelm und Rolf müssen allein zurück nach Nairobi. Wie ich später von ihnen höre, gab es eine schlimme Zwischenlandung in Malindi und einer noch katastrophalere Landung am Wilson-Airport Nairobi, ausgerechnet vor den Augen des Flughafenchefs und des Eigentümers des Flugzeugs. Beide drohen mit Lizenzentzug. Später stellte sich dann aber heraus, dass der mangelhafte Zustand des Flugzeugs auf das Konto des „ Vercharterers“ ging, der das Flugzeug vor der Vermietung nicht ausreichend gecheckt hatte. So nahm das Flugabenteuer doch noch einen versöhnlichen Abschluss, so dass die Reise viele positive Erinnerungen hinterlässt.












